Freitag, Mai 15, 2015

Logbucheintrag vom Donnerstag, dem 14. 05. 2015


Gewicht des Denkens - Bleistiftzeichnung, Februar 2015

Sehr geehrte Damen und Herren,

heute ist ein Tag wie jeder andere auch, auch wenn es mal wieder einen Vatertag zu begehen heißt. Was die Leute an so einem Tag gerne tun, das weiß man ja. Grillen, Bier trinken, vorher Motorrad fahren, durch die Lande ziehen mit Leiterwägelchen, solches Zeugs.

Meinen Tag heute habe ich malender Weise verbracht. Eine Kirche ist es diesmal geworden.

Erst habe ich sie getuscht und dann mit Farbe ausgemalt. Schicht um Schicht ist dabei von mir mehr und mehr Farbe aufgetragen worden, so dass ich bald einen Berg von Farbe verbraucht gehabt habe.

Dabei ist das Bild mehr und mehr matt und auch dunkel geworden. Dann habe ich es trocknen gelassen.

Schließlich habe ich noch einige Zickzacklinien mit Aquarellwachskreiden aufgetragen und das ganze nochmal mit Tusche abgerundet.

Dazu gab es aufgebrühte Suppe und später auch noch etwas Kaffee. Filterkaffee versteht sich.

Jetzt gerade höre ich Musik aus eigener Fabrikation. Carving Munsters von Beggar's Stone, einem Projekt von mir selbst, diesmal in Kooperation mit J. W. Höre das des öfteren. So 'ne Art Space - Stoner Rock Mischung ist das geworden. Liedwechsel: Jetzt kommt ein Flöten-Gitarrenduett aus dem Lautsprecher des 2.1 Soundsystems.

Blumen habe ich letztens gemalt. Einen Strauß Tulpen zum Muttertag als Gruß an alle Mütter. Habe diese Woche, oder besser gesagt gestern auch etwas Blühendes geschenkt bekommen. Es ist zwar ein Imitat, aber es ist aus Glas, und es soll einen Kirschbaum darstellen, meine ich. Rote Blüten in besonderer Dimensionierung, grüne lange Blätter und irgendwelche Kugeln. Irgendwie wirklich etwas Schönes, auch wenn es unter die Kategorie Kitsch fällt. Aber weil es aus Glas ist, hat es mir gut gefallen.

Und was ist sonst noch so bei mir gewesen? - Nicht viel und doch das eine oder andere. Eine unergründliche Erschöpfung hat sich in den letzten Wochen bei mir breit gemacht, und diese lastet mir etwas auf dem Gemüt. Bin etwas schwerfällig geworden, weniger enthusiastisch, mehr so, wie sich ein Zombie fühlen müsste, wenn er sich denn fühlen könnte.

Oh, ja, mit Zombies habe ich es derzeit oft gehabt. Wie witzig finde ich die Vorstellung von Zombies unter uns! Alleine die Bezeichnung hat etwas an sich, das ich fast schon liebenswürdig horrormäßig finde. Wer sich als Zombie outet, der hat oftmals die Lacher auf seiner Seite. Das habe ich zuletzt manchmal feststellen dürfen.

Oh, sich selbst darf man ruhig mal als solchen ansehen. Zumal wenn man sich etwas erschöpft und aufgebraucht fühlt. Was ist denn daran schon verkehrt, sich den Titel zu geben, der dem eigenen Befinden wirklich entsprochen hat? - Das wäre doch OK so.

Habe mir Klamotten gekauft, um für mein Praktikum etwas Gescheites zum Anziehen zu haben, das nicht gar zu schäbig wirkt. Eine gute Freundin hat mir bei der Auswahl der Kleider zur Seite gestanden. Na, jetzt bin ich bestens ausgerüstet. Ist doch gut so.

Musikalisch habe ich etwas nachgelassen. Versuche etwas weniger Mucke zu hören. Aber heute hat es wieder etwas Gutes gegeben, das ich gehört habe. S.F. Sorrow von The Pretty Things etwa. Zuvor einen Balkan Radiosender, der abwechslungsreiche Musik spielt. Serbisch ist eine interessante Sprache. Übe gerade ein paar Vokabeln für den Alltag. Will wenigstens 'Guten Tag' auf Serbisch sagen können. Na, und das übe ich jetzt. Das ist doch etwas, von dem man etwas hat.

Bin gewiss nicht polyglott, aber ein gewisses Grundinteresse an verschiedenen Sprachen habe ich schon. Zwar bin ich etwas unbedarft, was mein Lernen der Worte und Bedeutungen anbetrifft, aber damit kann ich leben.

Und jetzt ertönt mal wieder Tim Hardin mit einigen Folksongs aus den 60er Jahren. Ich schwinge mit, schreibe noch ein Bisschen etwas, habe aber vor bald zu Bett zu gehen und 'laku noc' zu sagen.

Und dann denke ich noch ein Bisschen etwas über die Farbe Grün nach, die mittlerweile deutlich mehr Bedeutung bei mir gewonnen hat. Ich mag es.

Gute Nacht

Mit freundlichem Gruß

Mathias Schneider

Donnerstag, Mai 07, 2015

Logbucheintrag vom Mittwoch, dem 6. Mai 2015


Freie Formen, Aquarell, CGP, 2014

Sehr geehrte Damen und Herren,

gerade habe ich mir Gedanken zur Wertigkeit meiner eigenen Arbeit als Künstler gemacht gehabt, und möchte meine Erkenntnisse dazu nun dem Publikum des Internets freimütig mitteilen, weil ich diese Gedanken passabel gefunden habe und sie bei meiner Nachbarin, der ich davon auf dem Balkon rauchender Weise erzählt habe, auf Anklang gestoßen sind.

Mir geht es bei meiner Kunstsache nicht um Anerkennung über das dafür übliche Maß hinaus. Mir genügt es bestimmt schon, wenn man mich meine Arbeit fortsetzen lässt und mich dabei nicht über Gebühr behindert.

Ich glaube, dass jedwede Arbeit gleichwertig ist. Sei es nun der Vergleich der Werke untereinander oder der Vergleich des Wirkens in einem Beruf. Im Grunde sind diese Dinge gleichwertig. Das wäre eine starke Position, die sich einzunehmen gewisslich lohnen würde.

Keiner sollte sich herabgesetzt fühlen wegen seiner Arbeit. Keiner sollte sich herabgesetzt fühlen wegen seiner Werke.

Es ist der Mensch, der etwas arbeitet und darum wäre es auch der Anerkennung wert, was er bewirkt hat. Die Organisation der Arbeit ist nicht mehr oder weniger wert als das Arbeiten selbst. Des Menschen Werke sind des Menschen Werke und nicht mehr oder gar weniger als das.

Der Mensch ist auch keine Variable. Er ist etwas, um das man eigentlich gut Bescheid wissen kann, wenn man sich selbst und andere Menschen nicht durch situative Beweggründe oder gar Typologien voneinander abgrenzt. Gewiss gibt es Unterschiede, und gewiss hätten diese Bedeutung. Jeder Mensch aber ist, so einzigartig er auch sein mag, zugleich gleich wie alle anderen auch.

Und so leite ich die Gedanken nun ein, welche es mir zu äußern beliebt. Und ich möchte es versuchen, sie ungefähr so ähnlich wiederzugeben, wie das gewesen ist, was ich zuvor auf dem Balkon zu meiner Nachbarin von schräg gegenüber zu sagen gewusst habe:

Ich sehe meine Arbeit als Künstler nicht für bedeutender oder weniger bedeutend an, wie das Jäten von Unkraut im Hof durch einen Gärtner hier vor Ort. Die Arbeiten sind gleichwertig, wie auch das Arbeiten gleichwertig ist.

Für mich ist entscheidend, was jenen Menschen in den Sinn kommt, die die Werke betrachtet haben. Werden sie etwas Gutes daraus machen können oder wird ihnen das nicht gelingen? Das wäre für mich die entscheidende Frage. Wertschätzung beginnt hierbei, und besteht nicht aus einem Gefallen alleine. Was mir wichtig wäre, das ist nicht wichtig. Wichtig ist, was den Menschen wichtig ist. Jeder Einzelne zählt mir etwas. Und jeder Einzelne hat seine eigene Geschichte, die durch das Betrachten eines meiner Werke sich vielleicht etwas verändern wird können. Wer weiß das schon?

Sicherlich weiß ich nicht, was diese Menschen bewegt bei der Betrachtung meiner Werke. Sicherlich kann ich auch nicht sagen, in wie weit diesen Menschen meine Werke etwas bedeutet haben.

Doch man sieht meine Werke an, man liest meine Texte, und man hört auch ein Bisschen etwas von meiner Musik.

Gut Ding will Weile haben. Ernährt sich das Eichhörnchen auch mühsam, es wird doch satt. Der Weltenbaum Yggdrasil hat diese Boten zwischen Himmel und Erde an sich, und ich glaube, dass jeder Betrachter eines Werkes das Betrachten der Werke überhaupt etwas leichter macht durch sein Verständnis und die Klarheit seiner Gemütsregung dabei.

Des Menschen Geist ist zwar ein Solitär, doch als solcher eingebunden oder eingebettet in einen kosmischen Zusammenhang, bei dem sich manches gegenseitig bedingen kann. Darum danke ich bereitwillig all jenen Menschen, die mit ihrem Wesen und dessen Art das alles möglich gemacht haben, was auf mich an Kraft und Stimmung zurückgefallen ist durch deren Betrachten meiner Werke. Sie haben mir dabei geholfen diese Stärke zu entwickeln. Das ist mir diesen Dank wert.

Was auch in Zukunft einmal geschehen mögen wird, ich erhoffe es, dass es auf dem Gegebenen, ja dem Vorgegebenen aufbauen wird. Das Gedeihen und Wachsen der Dinge sind zwei Aspekte des einen, das ich Leben nennen möchte. Die Lebensqualität ist dabei keine Frage der zu erwerbenden Güter alleine, sondern auch eine Frage der inneren Schönheit und Stärke. Und diese ist wirklich jedem Werk wie auch jedem Werkschaffen gleichermaßen innewohnend. Oh, ja sie gehört geradezu darinnen eingesetzt.

Gott zum Gruße

Mathias Schneider

Sonntag, April 26, 2015

Logbucheintrag vom Sonntag, dem 26.04.2015


Konzept: Konsens - Musikalischer Konsens


Sehr geehrte Damen und Herren,

was habe ich schon zu sagen auf meinem Weblog, wenn nicht eine Beschreibung des Alltäglichen. Und so soll es auch wirklich sein. Das, was ich hier veröffentliche sind 'Freischreibstunden', zur Erlangung einer gewissermaßen spontanen Entfaltung der eigenen Worte. Das ist eben so bei meiner Art der Sprachgestaltung. Ich schreibe die Dinge am Liebsten so auf, wie sie gerade für mich sind. Ob das dann frei von Wahrem, Richtigem und Gutem sein muss, dass kann ich nicht im voraus bestimmen. Ich lebe. Und als lebendiger Mensch vermag ich mich selbst zu äußern, ohne da etwas davor oder dazwischen zu schalten, das mich hemmen könnte.

In Gedanken bin ich bei den Menschen, die mir lieb und teuer sind. Und doch bin ich bei mir, bin alleine und sitze am Schreibtisch. Ich höre wieder mal Musik dabei, es laufen die Böhsen Onkelz. Die Platte heißt 'Heilige Lieder', und ich höre intensiv den Texten zu. Mag nicht über die Qualität der Mucke urteilen. Ich höre es mir einfach an und achte dabei auf den Gesang.

Habe in den letzten Wochen an der Seite 'Beggar's Arbeitsbericht Yoga' gearbeitet und bei diesem Zyklus endlich auch wieder einige Texte ergänzt. Eine 'Kosmologie des Grauens' und ein 'Techniken aus der Sicht eines Affen' Kapitel sind neu hinzugekommen. Eigentlich habe ich dabei viel umstellen müssen. Es ist teilweise mühsam gewesen, daran zu arbeiten. Aber jetzt ist die Seite dort wieder up to date.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass es jemanden wirklich interessiert, aber ich habe heute morgen 4 oder 5 Gedichte als Achtzeiler aufgeschrieben. Dabei orientiere ich mich an dem Schema, das auch Han Shan bei seinen Gedichten vom kalten Berg angewendet hat. Durch ein Buch dazu bin ich darauf gekommen, dass acht Zeilen mitunter ausreichen sollten, um eine Aussage zu treffen. Und so habe ich es auch heute morgen gehalten.

Bin etwas beunruhigt. Es läuft nicht alles so gut bei mir. Letzte Woche habe ich einen kleinen Kraftverlust erlitten. Ich habe die Arbeit abrechen und mich schnellstens regenerieren müssen. Auch habe ich zunehmend Durchhänger in der Schule. Bin manchmal müde und schlapp, jedenfalls nicht immer frisch und munter.

So gerne würde ich meine eigene Sache besser machen können! Und doch weiß ich, dass es richtig wäre, nicht gar so forsch aufzutreten. Ich brauche nichts zu reißen. Ich brauche nicht vorauszueilen. Was ich haben kann, das nehme ich mit, mehr aber nicht als das.

Immerhin habe ich in der letzten Zeit wieder etwas besser auf mich acht geben können. Auch daher hat mein Kraftverlust hergerührt. Ich habe mich von meiner Umgebung stark abgegrenzt. Das habe ich gebraucht. Ich habe nicht bei der Party 'mitmachen' wollen, die es auf dem Schulhof gegeben hat. Habe abseits gesessen und innerlich einfach nur versucht mich nicht zu verlieren. Das ist bestimmt eine höhere Form von Yoga gewesen in Anbetracht der Umstände.

Politisch gesehen habe ich noch immer keinen Zugang zu irgendwelchen Medien gefunden. Ich informiere mich direkt, aber nicht über Zeitschriften und Fernsehen. Auch höre ich praktisch keinen Radio bei mir. Dafür spreche ich mit den Menschen. Und das tue ich ausgiebig. Dafür habe ich nahezu immer etwas Zeit.

Heute scheint die Sonne sehr warm bei uns in Karlsbad. Die Bäume auf der gegenüberliegenden Seite der Straße sind saftig grün. Meine beiden Fenster sind gekippt. Am Himmel sieht man vereinzelt Quellwolken.

Ja, was gibt es  noch zu melden heute? - Vielleicht das: Ich fühle mich etwas malade. Es fällt mir nur weniges ein, von dem ich wirklich etwas schreiben möchte. Das ist so, auch wenn ich sagen muss, dass ich mich nicht gerade geordnet und sortiert fühle. Nein, bin eher etwas beunruhigt.

Manch einer würde da sofort das richtige Töpfchen aufmachen wollen und seine Pillendose zücken. Für jedes Wehwehchen das richtige Pflaster! So ist das in diesem Deutschland. Wehe man sagt, dass es einem nicht gut geht. Wir haben doch einen Zugang zu einem Arzt. Das wird doch von der Kasse übernommen. (Der würde sich jedoch bei mir bedanken, wenn ich zu meinem Plaisir bei ihm vorbeischauen würde.)

Etwas Härte zu sich selbst ist legitim, wie ich finde. Das Bisschen Blut... Dabei bin ich gar nicht verletzt. Das ist nur ein gewisser Sprachwitz, dem ich Folge leiste.

Oh, ich schreibe auch, um mich selbst mit einer irdischen Gedankenwelt auszustatten. Zu gerne hebe ich ab und zu leicht lupft es mich in höhere Gefilde. Das hat man mir schon oft angekreidet. Ich kann zwar nicht immerzu fest auf dem Boden stehen, doch eine gewisse Strahlkraft des eigenen Leibes verspüre auch ich. Und dort, wo man etwas spüren kann, sind immer zwei Dinge zu finden, die gerade ein Spannungsfeld aufgrund ihres Potentialunterschiedes darstellen.

Nun ja, Spannungsfeld hin oder Hacke her. Der Bogen gehört jetzt wieder gespannt. Der Pfeil gehört angesetzt und das Ziel erscheine in Sichtweite. Ich wünsche Ihnen einen schönen restlichen Sonntag.

Mit freundlichen Grüßen

Mathias Schneider

Ein Blumengruß

Ein Blumengruß
Für eine freundlichere Menschheit!

Improve your life!

1.) Let us show respect to each other.

2.) Let us live a life without destroying life or nature.

3.) Work on usefull things.

4.) Make Your life a better life.

5.) Give the world to the children.

6.) Don't live for profit.

7.) Beware of war.

8.) Pray and taste love.

9.) Remember your friends.

10.) Fight for yourself.