Montag, Juni 29, 2015

Logbucheintrag vom Montag, den 29. Juni 2015

Das Leben ist eine Wahrheit für sich.


Musikalischer Konsens - Interpretation, Aquarell, 2015

Sehr geehrte Damen und Herren,

solch ein warmer Tag ist heute bei uns in Karlsbad-Langensteinbach. Die Sonne scheint schon den ganzen Tag über, es ist drückend warm aber noch nicht heiß. Wir haben heute in der Schule allesamt geschwitzt. Bei einigen haben sogar die 'Deodorants versagt', wie jemand gemeint hat.

Heute war auch noch mein Tag der müden Witze. Angesprochen auf das Kamikazeverhalten einiger während der Prüfungen, welche nun anstehen, sind wir auf Frikasse gekommen. Also folgte ein Witz: Was gibt es zum Essen, wenn ein Kamikaze auf eine Hühnerfarm sich fallen lässt? - Frikaze, na klar.

Kurz darauf folgte ein zweiter, welcher auch mit Essen zu tun hat: Wie nennt man es, wenn die Spaghetti auf dem Teller sich gegenseitig ihre Hände auf die Schultern legen? - Spaghetti Polonaise, ja schon. Wer hätte da gelacht?

Den Dritten der müden Witze von heute hebe ich mir jetzt noch etwas auf.

Nun gut, morgen Früh beginnen die doppelt gewerteten und einfach geschriebenen Klassenarbeiten. Da gilt es pünktlich da zu sein, sonst habe ich das Nachsehen. Oh, ich bin schon zuweilen jemand, der morgens ganz plötzlich ganz viel noch zu erledigen hat, und der deshalb nicht immer auf den Gongschlag da ist. Nicht nur dass ich Raucher bin und auf meine Morgendliche nicht verzichten mag, manchmal fressen auch andere Begebenheiten mir einfach die Zeit weg, auch wenn ich rechtzeitig wach geworden bin.

Das ist ein leidiges Thema für mich, weil das schon seit früher Kindheit so bei mir ist. Ich habe eben meine eigene innere Uhr, und die läuft eben nicht gleichmäßig. Es ist nicht alles eben, das es gibt. Ich wäre sehr gerne ein ordentlicher und zuverlässiger Mensch, aber ich bin es meist nur mir selbst gegenüber und nicht gegenüber einem Gongschlag, mit dem ich persönlich nicht viel gemeinsam habe.

Hoh, denke ich mir des Morgens, mach langsam, Mathias, es brennt schon nichts an. Und dann mache ich langsam und vertrödle meine Zeit. Auch wenn ich früh aufstehe, habe ich keine Garantie, nicht zu spät zu kommen. Das ist eigentlich furchtbar, weil es mich in ein dummes Licht rückt, indem ich nicht sein will.

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Am Wochenende habe ich einen guten alten Freund gesehen, den ich aus der Zeit vor 2009 kenne. Wir haben uns damals beide in einer schwierigen wirtschaftlichen Situation befunden und uns gegenseitig geholfen. Er ist damals ohne festen Wohnsitz gewesen und hat ab und an auf meinem Sofa übernachtet, das ich damals noch gehabt habe. Gekocht hat er manchmal für mich. Dann gab es Schweinelendchen mit Beilagen und Gemüse, nur so als Beispiel dafür, was er für mich gekocht hat. Getroffen haben wir uns oft. Dann haben wir zusammen Musik gehört, über das Leben gesprochen und uns gegenseitig Mut gemacht.

Er ist also am Wochenende da gewesen. Das letzte Mal gesehen habe ich ihn drei Jahre zuvor bei einem kurzen Meeting bei mir zuhause. Er ist der Alte geblieben, was mir ganz gut gefallen hat. Gott sei Dank hat er sich nicht verändert. So wie er immer schon gewesen ist, so ist er mir auch recht.

Wir haben wieder zusammen Musik gehört. Folk, aus arabischen Ländern, aus Amerika, etwas Rap oder Hip Hop dazu, und ein Bisschen etwas Grooviges, das er selbst mit Freunden eingespielt hat. Er selbst spielt und sammelt vielerlei Arten von Instrumenten. Er hat eine selbst gebaute Flöte mitgebracht, welche vielerlei Arten von Obertönen erzeugen kann. Ein Bisschen haben wir auch musiziert.

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Letzte Woche habe ich auf dem Trödel eingekauft in Karlsbad. Ich habe mir ein Bild im Rahmen ausgesucht, welches mit H. K. 2000 unterschrieben ist. Spaßeshalber habe ich einen Namen, der mit den Initialien H. K. beginnt gegoogelt und habe sofort eine Künstlerin gefunden aus der Region, welche malerisch aktiv ist. Dieser von mir gegoogelte Name lautet Heidrun Kessler. Ob das Bild wirklich von ihr ist, das kann ich nicht sagen. Es wäre witzig, weil es der erste Versuch war, den ich gegoogelt habe. Ich werde das Bild posten. Wer es zuordnen kann, der kann mir ja Bescheid geben.


H. K. 2000

Desweiteren habe ich auch noch eine Specksteinfigur gekauft. Die Preise dafür spielen keine Rolle, auch wenn sie nicht teuer gewesen sind. 

Die Figur ist aus grünem Speckstein. Sie ist geschnitzt, beziehungsweise sie weißt starke Riefen auf.


Specksteinfigur, Hersteller unbekannt

Gerne würde ich wissen, wer diese beiden Objekte wirklich hergestellt hat.

Musikalisch habe ich mir in der letzten Zeit nicht mehr viel zugelegt. Von der Band Gänsehaut habe ich mir die Scheibe 'Karl der Käfer' gekauft im 'Amazonas-Becken'. Ich hatte keine Lust dazu, dafür in die Bucht zu gehen. Es hat sich auch nur zufällig ergeben, dass ich sie haben wollte. Auf LP habe ich sie eh. 

Nun, was gäbe es zu dieser Scheibe zu sagen? - Irgendwie haben alle Lieder darauf etwas mit Tieren zu tun. Ein Bisschen wirkt sie auch 'ökolitisch'. Der Verlust des Lebensraumes der Tiere und der Verlust des Seelenraumes des Menschen kommen mir auf dieser Platte gleichartig bedeutsam vor. Da gibt es Lieder wie 'Schmetterlinge gibt's nicht mehr', welche irgendwie anrührend sind. Das ganze ist NDW, aber mit einer guten Art eingespielt. Man merkt es, dass die Musiker etwas können. Schließlich haben einige von denen ja auch zuvor Banderfahrung gehabt. (In der Band 'Satin Whale' zum Beispiel)

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Nun denn, zu guter letzt wünsche ich uns allen noch einen schönen Sommer!

Mit freundlichem Gruß

Mathias Schneider

Freitag, Mai 15, 2015

Logbucheintrag vom Donnerstag, dem 14. 05. 2015


Gewicht des Denkens - Bleistiftzeichnung, Februar 2015

Sehr geehrte Damen und Herren,

heute ist ein Tag wie jeder andere auch, auch wenn es mal wieder einen Vatertag zu begehen heißt. Was die Leute an so einem Tag gerne tun, das weiß man ja. Grillen, Bier trinken, vorher Motorrad fahren, durch die Lande ziehen mit Leiterwägelchen, solches Zeugs.

Meinen Tag heute habe ich malender Weise verbracht. Eine Kirche ist es diesmal geworden.

Erst habe ich sie getuscht und dann mit Farbe ausgemalt. Schicht um Schicht ist dabei von mir mehr und mehr Farbe aufgetragen worden, so dass ich bald einen Berg von Farbe verbraucht gehabt habe.

Dabei ist das Bild mehr und mehr matt und auch dunkel geworden. Dann habe ich es trocknen gelassen.

Schließlich habe ich noch einige Zickzacklinien mit Aquarellwachskreiden aufgetragen und das ganze nochmal mit Tusche abgerundet.

Dazu gab es aufgebrühte Suppe und später auch noch etwas Kaffee. Filterkaffee versteht sich.

Jetzt gerade höre ich Musik aus eigener Fabrikation. Carving Munsters von Beggar's Stone, einem Projekt von mir selbst, diesmal in Kooperation mit J. W. Höre das des öfteren. So 'ne Art Space - Stoner Rock Mischung ist das geworden. Liedwechsel: Jetzt kommt ein Flöten-Gitarrenduett aus dem Lautsprecher des 2.1 Soundsystems.

Blumen habe ich letztens gemalt. Einen Strauß Tulpen zum Muttertag als Gruß an alle Mütter. Habe diese Woche, oder besser gesagt gestern auch etwas Blühendes geschenkt bekommen. Es ist zwar ein Imitat, aber es ist aus Glas, und es soll einen Kirschbaum darstellen, meine ich. Rote Blüten in besonderer Dimensionierung, grüne lange Blätter und irgendwelche Kugeln. Irgendwie wirklich etwas Schönes, auch wenn es unter die Kategorie Kitsch fällt. Aber weil es aus Glas ist, hat es mir gut gefallen.

Und was ist sonst noch so bei mir gewesen? - Nicht viel und doch das eine oder andere. Eine unergründliche Erschöpfung hat sich in den letzten Wochen bei mir breit gemacht, und diese lastet mir etwas auf dem Gemüt. Bin etwas schwerfällig geworden, weniger enthusiastisch, mehr so, wie sich ein Zombie fühlen müsste, wenn er sich denn fühlen könnte.

Oh, ja, mit Zombies habe ich es derzeit oft gehabt. Wie witzig finde ich die Vorstellung von Zombies unter uns! Alleine die Bezeichnung hat etwas an sich, das ich fast schon liebenswürdig horrormäßig finde. Wer sich als Zombie outet, der hat oftmals die Lacher auf seiner Seite. Das habe ich zuletzt manchmal feststellen dürfen.

Oh, sich selbst darf man ruhig mal als solchen ansehen. Zumal wenn man sich etwas erschöpft und aufgebraucht fühlt. Was ist denn daran schon verkehrt, sich den Titel zu geben, der dem eigenen Befinden wirklich entsprochen hat? - Das wäre doch OK so.

Habe mir Klamotten gekauft, um für mein Praktikum etwas Gescheites zum Anziehen zu haben, das nicht gar zu schäbig wirkt. Eine gute Freundin hat mir bei der Auswahl der Kleider zur Seite gestanden. Na, jetzt bin ich bestens ausgerüstet. Ist doch gut so.

Musikalisch habe ich etwas nachgelassen. Versuche etwas weniger Mucke zu hören. Aber heute hat es wieder etwas Gutes gegeben, das ich gehört habe. S.F. Sorrow von The Pretty Things etwa. Zuvor einen Balkan Radiosender, der abwechslungsreiche Musik spielt. Serbisch ist eine interessante Sprache. Übe gerade ein paar Vokabeln für den Alltag. Will wenigstens 'Guten Tag' auf Serbisch sagen können. Na, und das übe ich jetzt. Das ist doch etwas, von dem man etwas hat.

Bin gewiss nicht polyglott, aber ein gewisses Grundinteresse an verschiedenen Sprachen habe ich schon. Zwar bin ich etwas unbedarft, was mein Lernen der Worte und Bedeutungen anbetrifft, aber damit kann ich leben.

Und jetzt ertönt mal wieder Tim Hardin mit einigen Folksongs aus den 60er Jahren. Ich schwinge mit, schreibe noch ein Bisschen etwas, habe aber vor bald zu Bett zu gehen und 'laku noc' zu sagen.

Und dann denke ich noch ein Bisschen etwas über die Farbe Grün nach, die mittlerweile deutlich mehr Bedeutung bei mir gewonnen hat. Ich mag es.

Gute Nacht

Mit freundlichem Gruß

Mathias Schneider

Donnerstag, Mai 07, 2015

Logbucheintrag vom Mittwoch, dem 6. Mai 2015


Freie Formen, Aquarell, CGP, 2014

Sehr geehrte Damen und Herren,

gerade habe ich mir Gedanken zur Wertigkeit meiner eigenen Arbeit als Künstler gemacht gehabt, und möchte meine Erkenntnisse dazu nun dem Publikum des Internets freimütig mitteilen, weil ich diese Gedanken passabel gefunden habe und sie bei meiner Nachbarin, der ich davon auf dem Balkon rauchender Weise erzählt habe, auf Anklang gestoßen sind.

Mir geht es bei meiner Kunstsache nicht um Anerkennung über das dafür übliche Maß hinaus. Mir genügt es bestimmt schon, wenn man mich meine Arbeit fortsetzen lässt und mich dabei nicht über Gebühr behindert.

Ich glaube, dass jedwede Arbeit gleichwertig ist. Sei es nun der Vergleich der Werke untereinander oder der Vergleich des Wirkens in einem Beruf. Im Grunde sind diese Dinge gleichwertig. Das wäre eine starke Position, die sich einzunehmen gewisslich lohnen würde.

Keiner sollte sich herabgesetzt fühlen wegen seiner Arbeit. Keiner sollte sich herabgesetzt fühlen wegen seiner Werke.

Es ist der Mensch, der etwas arbeitet und darum wäre es auch der Anerkennung wert, was er bewirkt hat. Die Organisation der Arbeit ist nicht mehr oder weniger wert als das Arbeiten selbst. Des Menschen Werke sind des Menschen Werke und nicht mehr oder gar weniger als das.

Der Mensch ist auch keine Variable. Er ist etwas, um das man eigentlich gut Bescheid wissen kann, wenn man sich selbst und andere Menschen nicht durch situative Beweggründe oder gar Typologien voneinander abgrenzt. Gewiss gibt es Unterschiede, und gewiss hätten diese Bedeutung. Jeder Mensch aber ist, so einzigartig er auch sein mag, zugleich gleich wie alle anderen auch.

Und so leite ich die Gedanken nun ein, welche es mir zu äußern beliebt. Und ich möchte es versuchen, sie ungefähr so ähnlich wiederzugeben, wie das gewesen ist, was ich zuvor auf dem Balkon zu meiner Nachbarin von schräg gegenüber zu sagen gewusst habe:

Ich sehe meine Arbeit als Künstler nicht für bedeutender oder weniger bedeutend an, wie das Jäten von Unkraut im Hof durch einen Gärtner hier vor Ort. Die Arbeiten sind gleichwertig, wie auch das Arbeiten gleichwertig ist.

Für mich ist entscheidend, was jenen Menschen in den Sinn kommt, die die Werke betrachtet haben. Werden sie etwas Gutes daraus machen können oder wird ihnen das nicht gelingen? Das wäre für mich die entscheidende Frage. Wertschätzung beginnt hierbei, und besteht nicht aus einem Gefallen alleine. Was mir wichtig wäre, das ist nicht wichtig. Wichtig ist, was den Menschen wichtig ist. Jeder Einzelne zählt mir etwas. Und jeder Einzelne hat seine eigene Geschichte, die durch das Betrachten eines meiner Werke sich vielleicht etwas verändern wird können. Wer weiß das schon?

Sicherlich weiß ich nicht, was diese Menschen bewegt bei der Betrachtung meiner Werke. Sicherlich kann ich auch nicht sagen, in wie weit diesen Menschen meine Werke etwas bedeutet haben.

Doch man sieht meine Werke an, man liest meine Texte, und man hört auch ein Bisschen etwas von meiner Musik.

Gut Ding will Weile haben. Ernährt sich das Eichhörnchen auch mühsam, es wird doch satt. Der Weltenbaum Yggdrasil hat diese Boten zwischen Himmel und Erde an sich, und ich glaube, dass jeder Betrachter eines Werkes das Betrachten der Werke überhaupt etwas leichter macht durch sein Verständnis und die Klarheit seiner Gemütsregung dabei.

Des Menschen Geist ist zwar ein Solitär, doch als solcher eingebunden oder eingebettet in einen kosmischen Zusammenhang, bei dem sich manches gegenseitig bedingen kann. Darum danke ich bereitwillig all jenen Menschen, die mit ihrem Wesen und dessen Art das alles möglich gemacht haben, was auf mich an Kraft und Stimmung zurückgefallen ist durch deren Betrachten meiner Werke. Sie haben mir dabei geholfen diese Stärke zu entwickeln. Das ist mir diesen Dank wert.

Was auch in Zukunft einmal geschehen mögen wird, ich erhoffe es, dass es auf dem Gegebenen, ja dem Vorgegebenen aufbauen wird. Das Gedeihen und Wachsen der Dinge sind zwei Aspekte des einen, das ich Leben nennen möchte. Die Lebensqualität ist dabei keine Frage der zu erwerbenden Güter alleine, sondern auch eine Frage der inneren Schönheit und Stärke. Und diese ist wirklich jedem Werk wie auch jedem Werkschaffen gleichermaßen innewohnend. Oh, ja sie gehört geradezu darinnen eingesetzt.

Gott zum Gruße

Mathias Schneider

Ein Blumengruß

Ein Blumengruß
Für eine freundlichere Menschheit!

Improve your life!

1.) Let us show respect to each other.

2.) Let us live a life without destroying life or nature.

3.) Work on usefull things.

4.) Make Your life a better life.

5.) Give the world to the children.

6.) Don't live for profit.

7.) Beware of war.

8.) Pray and taste love.

9.) Remember your friends.

10.) Fight for yourself.